Was ist ein Fake?

Fake bezeichnet eine Fälschung oder Täuschung, einen Schwindel, einen Betrug, teilweise auch ein Plagiat oder eine Kopie.

Als entscheidendes Kriterium, was das oder den Fake auszeichnet, wird oft angeführt, dass dies im Kontext des Internets stattfindet.
Dies ist nur teilweise korrekt. Es stimmt, dass der Ausdruck Fake zuerst in diesem Kontext auftauchte. Typischer Fall ist ein Beitrag in einem Internetforum unter falschen Angaben zum Urheber (meist gibt er sich als eine völlig andere Person aus oder gibt Erfundenes als wahr aus). Damit kann provoziert oder verletzt werden, manchmal will der Verfasser aber auch lediglich – im Schutz der Anonymität – die Stimmung aufmischen. Teils stehen auch zweifelhafte politische oder wirtschaftliche Interessen dahinter. Sehr beliebt sind Fakes auch in Kontakt- und Partnerschaftsbörsen.
„das“ oder „der“ Fake – das Genus des Wortes ist ungeklärt. Manchmal wird auch die handelnde Person mit Fake bezeichnet: „Der Typ ist ein Fake.“ Andere nennen die Person einen Faker.
Im aktuellen Sprachgebrauch breitet sich Fake aber immer mehr über das Internet hinaus aus. Fake hat damit nicht mehr unbedingt die Zusatzbedeutung ‚im Internet‘, sondern wird tatsächlich gleichbedeutend mit „Betrüger-“, „vorgetäuschter“, „falscher“. Beispiele sind: Fake-Kandidat, Fake-Shops, Fake Piercing, Fake-Doktortitel, Fake-Terrorist (teils mit, teils ohne Bindestrich; alle im Internet gesammelt). Fake zieht also immer weitere Kreise – obwohl eindeutig ist, dass man das Wort kennen muss, um es einzuordnen.
„Fake“ sieht von der Form erst einmal recht deutsch aus, wie Krake oder Schnake. Die englische Aussprache, mit nur einer Sprechsilbe, wirkt dynamisch und direkt, braucht aber den Zugang zum Englischen, um beim Lesen auf die richtige Spur zu kommen.
Dass Fake im Deutschen Erfolg hat, zeigt sich auch am zugehörigen Verb faken. „Er wollte das faken“ – auch hier nicht gesprochen wie quaken oder abhaken, sondern englisch.
Wie bei anderen Verben treten im Fall von faken schwerwiegende Probleme bei der Formenbildung auf, weniger im Mündlichen, deutlich jedoch im Schriftlichen. „ich fake“ ist noch relativ klar. Die weiteren Personalformen machen mehr Schwierigkeiten: „du fakest“ oder „du fakst“, „er faket“ oder „er fakt“ (Gegenwart) „gefaked“, „gefaket“ oder „gefakt“ (Partizip), „ich fakete“ oder „ich fakte“ (Vergangenheit)?
Laut Duden heißt es: „ich fake“, „du fakst“, „er fakt“ (Gegenwart),  gefakt“ (Partizip), „ich fakte“ (Vergangenheit).
Diese Formen sind aber äußerst problematisch, da schlichtweg beim Lesen schwer verständlich. „Er fakt den Beitrag“ – denken wir da nicht eher an Fakt, also Tatsache?
Eine unproblematische Lösung lässt sich hier nicht finden. Und ein Verb, das in seinen Formen begrenzt ist, kann kaum empfohlen werden. Dies sollte zumindest mit-bedacht werden, wenn man sich zu sehr dem Faken hingibt. Zum Glück gibt es in diesem Fall reichlich Alternativen im Deutschen.