Kann man den Ausdruck "die Liebe meines Lebens" ohne Bedenken verwenden? Oder ist das ein Anglizismus, der unsere „große Liebe“ langsam verdrängt?

Sprachwissenschaftlich gesehen ist es schwierig, über die Entstehung eventueller "innerer Entlehnungen" exakte Aussagen zu machen - beispielsweise, ob es sich tatsächlich um einen aus einer anderen Sprache übernommenen Ausdruck handelt, um Wiederaufnahme einer bereits früher gebrauchten Formulierung (evtl. unter fremdsprachlichem Einfluss), um parallele Entwicklungen in beiden Sprachen usw. Weitere Informationen hierzu bietet z. B. das "Anglizismen- Wörterbuch" von Broder Carstensen und Ulrich Busse.

In diesem Nachschlagewerk ist die Wendung "die Liebe meines Lebens" nicht als innere Entlehnung verzeichnet.

Ich persönlich hätte nichts gegen die Verwendung dieser Formulierung auszusetzen. Meines Erachtens wird damit auch noch etwas anderes ausgedrückt als mit der Formulierung "meine große Liebe" - "Liebe meines Lebens" wirkt noch "absoluter".